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Lafranchi Bike Team

vlnr: Marco Kipfer , Carlo Lafranchi sen. , Franziska Ebunger , Jürg Seiler

Marco Kipfer

Franziska Ebinger

Seiler Jürg

Tanner Jürg

UE vom 4.1.111



Zwei Comebacks in der Mountainbike-Szene
| 04. Januar 2011


Zwei Comebacks in der Mountainbike-Szene
Franziska Ebinger und Marco Kipfer, Bike-Team Lafranchi, Madiswil. Die beiden Mountainbiker Franziska Ebinger aus Wynigen (29.8.1984) und Marco Kipfer aus Busswil bei Melchnau (23.3.1983) durften im vergangenen Jahr ein erstaunliches Comeback feiern: Beide waren sie als Jugendfahrer sehr erfolgreich, unterbrachen ihre Karriere für Jahre und kamen dieses Jahr sehr erfolgreich zurück. Beide starten für Radsport Lafranchi in Madiswil.



2001 war das erfolgreichste Jahr von Marco Kipfer. Bereits Teilnehmer an der Junioren-Europameisterschaft in St. Wendel, gehörte er zur Junioren-Nationalmannschaft. Beim entscheidenden Qualirennen für die Weltmeisterschaften stürzte er – an dritter Stelle liegend – in einen Stapel Paletten und landete im Spital. Trotz stark lädiertem Unterarm qualifizierte er sich zwei Wochen später und beendete die Junioren-Weltmeisterschaft in Vail (USA) auf dem 11. Rang (und damit noch vor dem heutigen Leimiswiler Radprofi Lukas Flückiger). Dies war der Höhepunkt in der Jugendkarriere als Biker.

Auch als Läufer grandios
Bereits als Siebenjähriger dominierte Marco Kipfer mit seinen beiden Brüdern die Laufszene. Mit zehn Jahren wechselte er ins Radlager, wo er viele Erfolge als Mountainbiker feiern konnte. Sport war die Dominante in der Familie Kipfer. Der Vater war ein bekannter Motocrossfahrer. Mit dem Beginn der Lehre als Automechaniker stellten sich persönliche und familiäre Probleme ein. So kam etwa sein Zwillingsbruder ums Leben. Trotz einem Angebot als Scott-Team-Fahrer: Marco Kipfer war dem Erwartungsdruck nicht gewachsen und zog sich vom Sport zurück. Nach einigen Versuchen als Autorennfahrer gewann er den Final des Radio-32-Hometrainer-Wettfahrens. Dies war auch ein Signal, dass er immer noch Rad fahren konnte. Er nahm das Radtraining auf und startete diese Saison bei den Masters-Mountainbikern in der besten nationalen Rennserie, dem Racer Bikes Cup. Gleich beim ersten Rennen in Lugano erreichte er den 4. Rang. Diesen konnte er mit 3. Rängen in Champéry, Engelberg und Flims sogar toppen. Nach 2. Rängen in Muttenz und Giebenach durfte er in Gränichen den ersten Sieg nach Hause fahren. Was für ein Comeback. Zur Krönung beendete er die Jahreswertung des Racer Bikes Cup auf dem 3. Schlussrang.

Erfolgreich in mehreren Sportarten
Ähnlich verlief die Karriere von Franziska Ebinger: Schon als Kind war sie eine «Sport-Verrückte». Sie versuchte sich als Läuferin, Triathlon-Spezialistin, Radfahrerin (Strasse und Quer) und landete schliesslich beim Mountainbiken. Alle diese Sportarten betrieb sie äusserst erfolgreich und ging in jeder Sparte mehrfach als Siegerin hervor. Fränzi Ebinger war auch Mitglied der Schweizer Junioren-Nationalmannschaft und nahm an der EM und WM teil. Der Beginn der Lehre als Bäckerin/Konditorin war zugleich auch das Ende ihrer Jugendkarriere. Sie blieb dem Unihockey zwar treu, der Sport war aber für einige Jahre zweitrangig. Anfang 2009 mochte Fränzi Ebinger nicht mehr länger untätig bleiben: Wegen der mangelnden Grundkondition stieg sie aufs Downhill-Velo. Nach einem 3. und einem 2. Rang in Churwalden gewann sie das Rennen am Wiriehorn. Im Herbst wurde sie – so im Vorbeigang – Vize-Weltmeisterin an den Bäcker-Weltmeisterschaften in Groningen in Holland. Nach einigen kritischen Momenten und Stürzen im Downhill setzte sie im Jahr 2010 voll auf die Sparte Mountainbike. Und zwar die Hauptdisziplin Cross-Country. Und wie: 3. Ränge in Muttenz, Gränichen und Engelberg, 2. Ränge in Champéry, Plaffeien und Solothurn und ein Sieg am Quercup in Oensingen waren die tolle Bilanz. Aber Fränzi Ebinger wäre sich selber untreu, wenn sie nicht noch anderes versuchen würde. Am IXS-Swiss-Bike-Marathon in Estavayer-le-Lac belegte sie in der offenen Kategorie den 6. Rang. Und weil es so gut lief, startete sie an der S2-Challenge (Schwimmen/Inline/Rennvelo/Biken) und belegte in 9:07 Stunden den 10. Rang. Die Wynigerin ist auf den Geschmack gekommen. Trainierte sie bisher acht bis zehn Stunden pro Woche, steigerte sie in den letzten Wochen diesen Umfang auf rund 14 Stunden, dies mit dem Ziel, bald rund 17 Stunden pro Woche zu erreichen. Fränzi Ebinger wird nächste Saison in der Top-Kategorie der lizenzierten Frauen starten. Jetzt – als 26-Jährige – will sie nochmals alles versuchen, das Maximum aus ihrem Körper herauszuholen. Dafür reduziert sie auch ihr Arbeitspensum. An der Arbeitsstelle profitierte sie vom Entgegenkommen ihres Chefs, dem Flury-Beck in Koppigen.

Zwei Musterbeispiele
Zwei schöne Beispiele dafür, dass es nie zu spät ist, etwas Neues anzufangen. Wo ein Wille, ist auch ein Weg. Nachdem beide Personen einen schwierigen Entwicklungsprozess hinter sich haben und zu Persönlichkeiten herangereift sind, stehen sie zu ihrer «alten Liebe»: Sport als wichtiger
Bestandteil des persönlichen Lebens. Man darf auf die weitere Entwicklung der beiden – schon seit 14 Jahren für das Lafranchi-Bike-Team fahrenden – Sportler gespannt sein.